Ländliche Familienberatung im Bistum Münster e.V.

Gemeinsam schaffen wir das!

Konzept

Beispiele aus der Praxis...

  • Generationskonflikte: Schwiegereltern - Schwiegertochter
    Der Betriebsleiter ruft an, weil seine Frau mit seinen Eltern nicht klar kommt. Er hat den Konflikt lange Zeit „erfolgreich” verdrängen können, aber jetzt „setzt seine Frau ihm die Pistole auf die Brust”. Sie sitzt mehr oder weniger auf gepackten Koffern und erwartet von ihm eine klare Haltung. Er meint, in einer Sackgasse zu stecken. Wenn er sich auf die Seite seiner Frau stellt, enttäuscht und verletzt er seine Eltern und umgekehrt. Er versteht auch manche Dinge nicht, über die sich seine Frau aufregt.

  • Hofübergabe
    Ein Mann (64 Jahre alt) ruft an mit dem Problem, dass Sohn und Schwiegertochter den Hof verpachtet und verlassen haben. Er wohnt allein in dem Wohngebäude, wo früher Generationen zusammen lebten. Er fühlt sich von seinen Kindern allein gelassen und ist einsam. Er hat Angst vor der Zukunft: was wird aus ihm? Wer versorgt ihn?

  • Vorgeschobene Sachkonflikte
    Die Frau eines Landwirts ruft an wegen betriebswirtschaftlicher Probleme. Sie weiß nicht, an wen sie sich wenden kann. Durch Nachfragen seitens des Beraters wird deutlich, dass sie mit ihrem Mann über die wirtschaftliche Situation des Betriebes nicht bzw. nicht mehr reden kann. Wenn sie das Thema anspricht, fühlt er angegriffen und unter Druck gesetzt und reagiert abweisen. Das führt dazu, dass sie ungeduldig wird und ihn noch mehr unter Druck setzt. Eine Zuspitzung des Konflikts kann dazu führen, dass das Paar gar nicht mehr miteinander redet. Sie fühlt sich durch seine abweisende Haltung gekränkt, und er fühlt sich durch sie angegriffen und unter Druck gesetzt.

  • Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft
    Die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe hat sich dramatisch zugespitzt. Viele Bauern leben von der Substanz oder sind hoch verschuldet. Ein Ende des Strukturwandels ist nicht in Sicht. Für die nächsten zehn Jahre wird ein weiterer Rückgang der Anzahl der Haupterwerbsbetriebe prognostiziert. Von dieser Entwicklung überrollte Betriebe sind künftige Klienten der landwirtschaftlichen Familienberatung.
    Zu den finanziellen Schwierigkeiten kommen psychische und physische Belastungen, die sich auf die ganze Familie auswirken. Generationskonflikte treten bei der Hofübergabe häufig zu Tage und verhindern sinnvolle Lösungen. Vielfach ziehen sich betroffene Familien zurück, meiden zuständige Institutionen und wenden sich in ihrer Not an die Kirche.


Unser Beratungskonzept
 

Bei der Ländlichen Familienberatung handelt es sich um einen interdisziplinären Beratungsansatz, der agrarwirtschaftliche, psychosoziale und seelsorglich-karitative Aspekte beinhaltet. Daher werden diverse und heterogene Anforderungen gestellt, die Kenntnisse und Fähigkeiten des ehrenamtlichen Beraters aus verschiedenen Bereichen betreffen:
 

  • der sozial-psychologische Bereich
    Dazu gehören: Kenntnisse der bäuerlichen Familienstruktur, psychosoziale Betreuung und
    bBeratung / Mediation.
  • der ökonomisch-juristische Bereich
    Dazu gehören: Kenntnisse des landwirtschaftlichen Produktionsalltags,
    Erkennen der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit Rechts- oder Steuerberatung, mit Ehe-, Familien- und Erziehungsberatungsstellen bzw. mit Wirtschaftsberatern.